Die Gruben

Vom Spätmittelalter bis zu den 1820´er Jahren gab es keine groβen Veränderungen in den Gruben. Von einem schachtförmigen Loch erreichte man den Kalk. Ein ”Hauer” lockerte den Kalk, und die ”Träger” trugen den Kalkstein auf das Feld hinauf.

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Der ”Hauer” benutzte den gelockerten Kalk als Plattform und der Stollen erreichte deshalb oft eine Höhe von vielen Metern. Nur groβe Kalkbrocken wurden weggetragen. Kalksteinreste und Feuerstein wurden als ein wachsender Müllberg auf dem Stollenboden hinterlassen. Mit der Zeit mussten die Träger gekrümmt unter der Decke arbeiten in einem schmalen Gang umgeben von gestapeltem Feuerstein.

1826 besuchte der König Frederik 6. die Gruben von Mønsted. Es könne effizienter gearbeitet werden, so der König, und zwei Ingenieure von den Kalkgruben von Bad Segeberg in Holstein wurden nach Mønsted geschickt um den Kalbau zu verbessern. Die Spezialisten empfahlen Hebewerke und Loren statt ”Träger”. Der Kalk wurde jetzt durch senkrechte Schachten heraufgezogen, und neue Stollen wurden so breit angelegt, dass für zweirädrige Karren Platz war.

Das Anlegen und das Betreiben der neuen Schachten waren teuer, und die Grubenbesitzer mussten zusammenarbeiten. 1840 waren deshalb nur zwei Grubensysteme im Betrieb. Sieben Bauern betrieben gemeinsam ”Frederiks Kalkværk”. In der etwas kleineren ”Nonbos Grube” betrieben drei Bauern ein Schachtsystem.

Vom Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Kalk aus Mønsted für anderes und mehr als für das Bauen und das Weiβen benutzt. Die Metallindustrie und die chemische Industrie kauften groβe Mengen, und die Landwirtschaft begann jetzt ernsthaft Landwirtschaftskalk einzusetzen. Selbst der schlechteste Kalk konnte verkauft werden, und die früher so wertlosen Feuersteinbrocken endeten als Straβenfüllung, Fundamente und Mauerwerk. Die Kalkarbeit war jetzt eine ganzjährige Beschäftigung. Im Sommer wurde im Tagebau, im Winter unter Tage gearbeitet. Der Groβbetrieb mit u.a. Kipploren forderte gröβere Stollen, aber der Kalk wurde immer noch mit Hacken gewonnen. Alle Versuche eines verbesserten Abbaus waren nämlich misslungen. Presslufthammer zerdrückten den Kalk zu einem Brei, und der erste und letzte Versuch mit Dynamit löste einen Rutsch aus, der zehn Loren begrub.

1953 wurde der letzte Kalk in den Gruben gebaut; zwei Jahre später wurde die Arbeit im Tagebau eingestellt. Ganz still wurde es aber nicht im Kalkwerk, denn hier stellten bis weit in die 1970´er Jahre zwei Männer aus gebranntem Kalk von Djursland Mehlkalk her.