Kalkbau und
Kalkbrennung

Als die Bewohner von Mønsted vor mehr als 1000 Jahren Christen wurden, erhielten sie gleichzeitig ein neues Nebengewerbe, ”Kalkbau und Kalkbrennung”. Zur neuen Religion gehörten die Kirchen, und die sollten am besten aus Stein gebaut werden.Das Klebemittel, das die Steine verband, bestand aus gebranntem Kalk, der mit Wasser gelöscht für Mörtel verwendet wurde, ein in Dänemark neues Baumaterial. Unter den Feldern bei Mønsted gab es Kalk, früher ein wertloses Gestein, aber jetzt eine Einnahmequelle (zum Wohlstand reichte es nie). Im laufe von 200 Jahren wurden  mehr als 2000 Steinkirchen gebaut, ungefähr 10 im Jahr. Eine Bauaktivität, welche die Kalkindustrie in Mønsted in Gang setzte, eine Industrie, die erst 1978 aufhörte.

Kalkbrydning 420Px

Die Nähe Mønsteds zur Stadt Viborg, der ”jütländischen Hauptstadt” mit damals 12 Pfarrkirchen, einem Dom, Klöstern, einem bausüchtigen Bischof und einer reichen Bürgerschaft, bedeutete, dass Mønsted immer Kunden für den gebrannten Kalk hatte, was die Voraussetzung einer stabilen Produktion war. Bei einer Aufheizung von über 1000 Grad entweicht dem Kalkstein (CaCO3) Kohlendioxid (CO2)und es entsteht gebrannter Kalk (CaO). Schon während der Kühlung nimmt der gebrannte Kalk Feuchte auf und es entsteht gelöschter Kalk (Ca(OH)2), der sich wiederum in Kalkstein wandelt durch die Aufnahme des Kohlendioxids der Luft.Gebrannter Kalk ist deshalb keine Lagerware, muss also kurz nach der Brennung baumäβig verwendet werden.Eine wohlfunktionierende Kalkindustrie benötigt deshalb einen Markt, der den gebrannten Kalk fortlaufend abnehmen kann.

Als Viborg im 16. Jahrhundert die Puste ausging, hatte Mønsted längst einen gröβeren Markt gefunden. In den 1860´er Jahren, wo die Produktion am gröβten war, wurden von Mønsted und dem benachbarten Daugbjerg jährlich um die 3000 Fuhren gebrannten Kalks an die Verbraucher in ganz Jütland gebracht.

Der Kalk wurde in Schachtöfen gebrannt, fast ein breiter Schornstein, der 5 m hoch und 4 m breit sein könnte. Im Ofen wurde der Kalk so gestapelt, dass bei dem Anfeuerungsloch ein groβer Hohlraum entstand, wo das Rauchgas brennen konnte.So lange noch Wald bei Mønsted war, wurde mit Holz befeuert, aber schon im 16. Jahrhundert war der Wald weg, und die Kalkbrenner mussten deshalb mit Heidekraut von der weiten Alhede heizen.

Der Ofen musste vor dem Entleeren kalt sein.Die andauernde Erhitzung und Kühlung forderten viel Brenngut. Als Ende des vorigen Jahhunderts neue Öfen auf den Markt kamen, die – obwohl teuer im Einkauf – ohne Kühlung schnell gefüllt und entleert werden konnten, waren die alten Öfen auf einen Schlag veraltet. Kalkbrennen war jetzt eine Industrie, die mehr Kapital erforderte, als einfache Bauern aufbringen konnten.

1872 verkauften die Bauern von Mønsted alle Kalkrechte an das Groβunternehmen "Mønsted Kalkværker”, das später Teil der ”De jydske kalkværker” wurde. Das rote Indstriegebäude mit den damals hochmodernen Schachtöfen ist ein Denkmal der Industriegeschichte der letzten hundert Jahre in Mønsted.